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ISG Hagenwerder e.V.

Shanty - Festival 2016 Travemünde 24.-26. Juni

Das Shanty-Festival in Travemünde

Für uns alle stand fest, der Höhepunkt in diesem Jahr würde der 3tägige Besuch des 4. Shanty-Festivals in Travemünde sein. Gut gelaunt und voller Erwartung starteten wir am Freitag, 24.6. frühmorgens um 5 Uhr mit einem von Schwarz-Reisen gemietetem Bus, in Richtung Ostsee. Begleitet wurden wir von unseren Frauen, die uns als "treue Fans" wichtig sind. Kurz nach 12 Uhr war das Ziel Lübeck ereicht und wir konnten in einem Ibis-Hotel unsere Zimmer beziehen. Eine kurze Pause an diesem warmen, sonnigen Tag tat allen gut.

Dann ging es mit dem Bus weiter ins etwa 13 km entfernte Travemünde, wo direkt an der See-Promenade das Festgelände war. Gleich am Freitag waren für unseren Chor 3 Auftritte geplant. Insgesamt waren ca. 40 Chöre aus ganz Deutschland, aber auch aus der Schweiz, Holland und Dänemark angereist. Auf 5 Bühnen sollten sie ihr Können unter Beweis stellen und die vielen Urlauber, Kurgäste und Einheimische mit ihrer Sangeskunst unterhalten. Etwas aufgeregt starteten wir um 15:30 Uhr unseren ersten Auftritt auf Bühne 1 - alle technischen Voraus-setzungen waren gegeben und es erklang der erste Shanty. Bald fanden sich viele Zuhörer vor    unserer Bühne ein und wir merkten am mitschunkeln und am Beifall, dass unser Programm sehr gut ankam. Lange genug hatte uns unser Chorleiter Klaus Peglau "getrimmt" - aber es war nicht umsonst! Nach ein/zwei Zugaben war unser erster Auftritt zu aller Zufriedenheit beendet.            Der Inhaber eines Getränkestandes aus Sachsen war vom Gesang seiner "Landsleute" so beein-    druckt, dass er uns allen ein Freibier spendierte!

Nach einer größeren Pause, die natürlich zum bummeln entlang der Promenade genutzt wurde, stand uns um 18:30 Uhr auf der Bühne 5 der nächste Auftritt bevor. Auch dieser wurde mit Bravour bewältigt - wobei wir feststellten, dass der Abstand zwischen Bühne 4 und 5 nicht groß genug war - was sich für den Zuhörgenuss leider etwas negativ auswirkte.

Der heiße Sommertag verhieß in den Abendstunden leider nichts Gutes: dicke, dunkle Wolken zogen auf und ein kräftiger Regen veranlasste den Veranstalter die späteren Auftritte - und somit auch unseren Auftritt um 20:30 Uhr abzusagen ... auch die geplante Laser- und Feuershow auf der Trave fiel sprichwörtlich ins Wasser. Also ging es mit dem Bus zurück ins Hotel, wo alle nach ca. 17 Stunden müde ins Bett fielen.

Nach einem Frühstück im Hotel ging es am Samstag um 10 Uhr wieder mit dem Bus raus nach Travemünde. An diesem Tag sollten wir zweimal unsere Shantys zu Gehör bringen: um 11:30 Uhr auf Bühne 4 und abends um 21 Uhr auf Bühne 1. Ein Blick zum Himmel: graue Wolken - die Sonne blinzelte nur ganz kurz - aber es blieb (vorerst) trocken. Unseren Auftritt verfolgten viele Besucher interessiert, obwohl die Technik auf Bühne 4 einige Mängel aufwies. Trotz allem: die Stimmung war gut - den Leuten gefiel es! Natürlich nutzten wir die freie Zeit, um auch anderen Chören zu lauschen. Zu unserer Überraschung traten einige gemischte und sogar zwei reine Frauen-Shanty-Chöre auf. Beim Austausch über die Qualität der verschiedenen Chöre, wurde einstimmig festgestellt: wir brauchen uns nicht verstecken!! Das regelmäßige Proben unter fachkundiger Leitung zahlt sich aus.

Für den Nachmittag hatte unser organisatorischer Chef, Karl Jugert, eine Stadtrundfahrt mit Führung durch das schöne Lübeck organisiert. Wir erfuhren auf unterhaltsame Art viel Wissens-   wertes über die prächtige, alte Hansestadt. Jedoch die Wolken wurden immer dunkler und einsetzender Starkregen beendete den Nachmittag. Wieder in Travemünde angekommen, bot sich uns das gleiche Bild: Regen - Regen - und wenig Leute! Die Stimmung sank dem Tiefpunkt entgegen - dann kam die Meldung, dass alle Abendauftritte ausfallen. Wir waren bereits zum Bus unterwegs, als es plötzlich hieß: alle zurück - wir singen und spielen im großen Gastronomiezelt.   Eberhard Hahn hatte das spontan mit dem dortigem Wirt abgesprochen. Also wieder raus aus dem Bus und im Regen zurück zum Festgelände; große Begeisterung herrschte bei uns nicht...            Für den Auftakt im Zelt sorgte dann unsere Musikertruppe mit einem bunten Potpourri - dann stieß der Chor dazu und es dauerte nicht lange und das Zelt füllte sich zusehendst. Die Leute klatschten, sangen und schunkelten begeistert mit. Unser Chorleiter überzeugte sangesfreudige Zuhörer zum mitsingen im Chor - der Wirt umsorgte mit Freibier unsere tollen Musiker - und die Zuschauer waren von unserer ungeplanten Darbietung mehr als begeistert! Als wir nach ca. 1,5 Stunden aufhören wollten, spendeten "unsere Fans" spontan ca. 100 €: wir sollten doch bitte unbedingt noch etwas weiter musizieren.  Die tolle Stimmung hatte natürlich auf uns überge-       griffen und wir sangen gern noch einige Zugaben. Riesenapplaus gab es auch für unseren letzten Überraschungsbeitrag, "Die kleine Nachtmusik" von Mozart - tja sowas traut man einem Shanty-Chor gar nicht zu!!  Auf der Heimfahrt zum Hotel waren sich alle einig:  dieser außerplanmäßige Auftritt war der beste und stimmungsvollste in Travemünde und wird sicherlich lange in Erinnerung bleiben!!  

Der Sonntag, 26.6. zeigte sich wettertechnisch von seiner besten Seite: blauer Himmel, weiße Wolken und die Sonne lachte! Noch gut motiviert vom abendlichen Highlight bereiteten wir uns auf unseren Auftritt auf Bühne 4 um 12:30 Uhr vor. Ein zahlreiches Publikum verfolgte das Programm und belohnte uns mit reichlich Beifall. Dann war wieder Zeit zum bummeln. Der letzte Auftritt für uns sollte um 15 Uhr auf Bühne 2 stattfinden ... aber oh Schreck, an der dortigen Tafel waren wir nicht vermerkt. Eine Rückfrage von unserem Organisator beim Informationsbüro ergab, dass unser Auftritt kurzfristig auf eine andere Bühne, jedoch zu einem späteren Zeitpunkt verlegt wurde! Das traf bei vielen von uns auf großes Unverständnis, zumal aufgrund der langen Heimfahrt ein zeitigerer Auftritt fest zugesichert war. So fiel nach eingen Hin und Her die Ent-      scheidung: wir reisen ab - der letzte Auftritt fällt aus! Wieso der Veranstalter ohne unser Wissen den Ablauf kurzfristig änderte, wird noch zu klären sein - aber Fazit: Es waren 3 schöne Tage mit tollen Eindrücken. Wir konnten feststellen, dass wir im Vergleich zu anderen Shanty-Chören gut abschneiden - was aber nicht heißen sol, dass wir uns auf "unseren Lorbeeren" ausruhen können.  Ganz besonders wird allen der "ungeplante Zeltauftritt" in bester Erinnerung bleiben!

Ein herzliches Dankeschön nochmal an alle Organisatoren!!